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Analytische Bestandteile im Hundefutter und was nicht genannt wird

Den Analytischen Bestandteilen der Hundefutter-Deklaration wird leider meist zu wenig Beachtung geschenkt. Dabei kann dies zum absoluten Schocker werden...
Hundefutter_Deklaration

Die Analytischen Bestandteile sind gesetzlich vorgeschrieben auf jedem Hundefutter anzugeben. 

Im Gegensatz zur Zusammensetzung können wir aus diesen Angaben keinerlei Rückschlüsse auf die Qualität der einzelnen Bestandteile schließen. Es ist lediglich eine Angabe über den Analytischen Inhalt. 

Um diese Beurteilung von Futtermitteln zu vereinfachen und einheitlich zu gestalten wurde die Weender Futtermittelanalyse entwickelt. Es handelt sich dabei um ein chemisches Verfahren, welches die einzelnen Stoffgruppen: Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche ermittelt. Die gewonnen, prozentuellen Angaben dieser Rohnährstoffe müssen auf jedem Futtermittel aufgeführt sein.

Mit dieser Analyse ist es zwar möglich Futter leicht untereinander zu vergleichen, aber halt nur die Rohnährstoffe nicht die Qualität! Wer mehr dazu lesen möchte: Weender Futtermittelanalyse

Gehen wir auf die einzelnen Rohnährstoffe näher ein, bevor ich Euch auf das eigentliche PROBLEM hinweise!

Rohprotein:

Man darf hier keinesfalls von Protein = Fleisch ausgehen!

Mit dieser Angabe sind alle stickstoffhaltigen Verbindungen im Hundefutter gemeint. Davon lasen sich die im Futter enthaltenen Eiweißverbindungen ableiten. Diese Eiweißverbindungen können sowohl tierischen als auch pflanzlichen Ursprungs sein. Es lassen sich hiermit also keine Rückschlüsse auf die Verdaulichkeit der Proteine ziehen.

Rohfett:

Darunter fallen neben tierischen und pflanzlichen Fette, auch gesättigte und mehrfach ungesättigte Fette  und fettlösliche Vitamine. Ein Mindestgehalt an Fetten ist wichtig, damit der Hund die Fettsäuren aufnehmen kann, die sein Körper nicht selbst herstellen kann, und um so seinen notwendigen Energiebedarf zu decken.

Rohfaser:

Der Rohfasergehalt umfasst alle nicht oder schwerverdaulichen Bestandteile des Hundefutters. Bei Rohfaser handelt es sich grundsätzlich um pflanzliche Nebenerzeugnisse, wie z.B. Rübentrockenschnitzel oder Zellbestandteile wie Zellulose. Rohfaser ist jetzt nicht unbedingt mit Ballaststoffen gleichzusetzen, wenn gleich sie auch für die Darmtätigkeit des Hundes wichtig sind. Der Darm ist durch die im Futter enthaltenen Faserstoffe gefüllt und wird zur Bewegung angeregt. Zu hohe Anteile verringern jedoch die Verdaulichkeit des Futters.

Rohasche:

Nein, Asche ist im Hundefutter nicht enthalten. Der Rohaschegehalt ist das was übrig bleibt, wenn das Futter auf über 500 Grad erhitzt wird, also verbrennt wird. Es bleiben dann bestimmte Bestandteile übrig, wie Spurenelemente und Mineralstoffe  (z.B. Kalzium, Magnesium, Kalium).

Daher liegt der Rohaschegehalt bei Ergänzungsfuttermitteln, die der zusätzlichen Versorgung mit Mineralien dienen, logischerweise immer Höher!

Feuchte:

Liegt der Feuchtigkeitsgehalt unter 14% ist es keine Pflichtangabe! Dies betrifft natürlich die meisten Trockenfuttersorten.

Empfohlene Mengen

Ich möchte hier an dieser Stelle keine genauen Aussagen zu den empfohlenen Mengen der einzelner Stoffgruppen machen. Warum? Da sich die optimale Zusammensetzung am individuellen Bedarf des Hundes orientiert. So haben Welpen z.B. einen höheren Mineralienbedarf als erwachsene Hunde. Andere Benötigen eine erhöhte Menge an Ballaststoffen für eine optimale Verdauung usw.

Jetzt nehmen wir uns wiedermal unser Beispiel aus dem vorangegangenen Beitrag:

Protein – 25%

Fettgehalt – 12%

Rohasche – 6,8%

Rohfaser – 3,5%

Calcium und Phosphor sind Bestandteil der Rohasche

Omega 6 und Omega 3 Fettsäuren sind Proteine.

Deswegen nicht nochmal Prozentual gelistet – sonst wäre es doppelt eingerechnet.

Bist Du bereit für ein bisschen Mathematik?

Ein Ganzes sind immer 100% – stimmst Du mir da zu?

Okay, los gehts: 25 + 12 + 6,8 + 3,5 =  47,3%

Jetzt bin ich an der Stelle echt mal großzügig und bis an den Rand der Naivität optimistisch und nehme an, das Futter verfügt über 14% Restfeuchte.

47,3% + 14%  = 61,3%

Mist, immer noch nicht 100%

Was sind also die fehlenden 38,7%?

Berechtigte Frage, oder?

Immerhin mehr als Protein und Fettgehalt zusammen.

Liebe Freunde der gesunden Hundeernährung – bei den fast 40% handelt es sich um nichts geringeres als Zucker!!!!

Schon mal auf die Idee gekommen deinem Hund 250 Gramm Fleisch und 387 Gramm Zucker zu füttern?

Leider macht die Mehrheit aller Hundebesitzer genau das und weis es noch nicht einmal!

Das sieht bei unserem Beispiel dann übrigens so aus:

103 Stück Würfelzucker in 1kg Trockenfutter!

Zum Vergleich: in 1l Coca Cola sind 35 Würfelzucker! Fast dreimal soviel Zucker befindet sich in diesem Trockenfutter!

Ich gebe Euch jetzt mal einen kurzen Moment das zu verdauen!

Na, gehts wieder ?Wahnsinn, oder?!

Es ist wirklich höchste Zeit die Qualität unseres Hundefutters zu überdenken!

Die Auswirkungen auf die Gesundheit unserer Hunde sind erschreckend!

Krebs bei Hunden ist geradezu epidemisch geworden und steht in direktem Zusammenhang zur Ernährung!

Nimm mit uns Kontakt auf – gerne helfen wir dir ein geeignetes Futter für dich und deinen Liebling zu finden!

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